DIE LINKE
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Matthias W. Birkwald

Zu Gast beim DGB Kreisvorstand Würzburg: Fragen einer solidarischen Alterssicherung diskutiert

Würzburg, 26. April 2012

27.04.2012
Norbert Zirnsak, DGB Kreisvorstand Würzburg
Debatte zum Rentensystem beim DGB Kreisvorstand Würzburg am 27. April 2012

Jede Menge Information zur Frage einer solidarischen Alterssicherung gab es am Donnerstag, dem 26. April 2012, in der Kickers Gaststätte am Dallenberg. Auf Einladung des DGB Kreisverbandes Würzburg und des Florakreises diskutierten MdB Matthias W. Birkwald (Die Linke), Björn Wortmann (DGB Jugend) und Alfred Hörner (ver.di) Senioren über die Zukunft des Rentensystems.

Podium bei der Veranstaltung zum Rentensystem beim DGB Kreisvorstand Würzburg am 27. April 2012 (v.l.n.r.: M. Groha (IG Bau), M.W. Birkwald (MdB), B. Wortmann (DGB Jugend), A. Hörner (ver.di Senioren))

Für MdB Matthias W. Birkwald gehörten drei Dinge zusammen: Gute Arbeit, gute Löhne und eine gute Rente. Ziel der Politik seiner Partei sei es, den Paradigmenwechsel in der Rentenpolitik der Regierung Schröder zurückzunehemen. "Unter Schröder wurde damit begonnen das Rentenniveau mehr und mehr abzusenken", sagte der Bundestagsabgeordnete. Altersarmut sei nicht zuletzt wegen dieser Politik bereits heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Seine Fraktion setze sich aktuell dafür ein, daß ältere Menschen vor Altersarmut geschützt werden. "Jede und Jeder soll eine solidarische Mindestrente von 900 Euro erhalten um so vor Armut im Alter geschützt zu sein".

Der Politker der Linksfraktion sprach sich dafür aus, der gesetzlichen Rente Vorrang zu geben, "da nur diese Sicherheit und Solidarität bietet". Als einen wichtigen Schritt hin zu einem solidarischen Rentensystem sah der Rentenexperte der Linken alle Erwerbstätige ohne Außnahme in die Finanzierung mit einzubeziehen. Die Rente erst mit 67 müsse vollständig zurückgenommen werden. "Wer 40 Jahre lang in das System einbezahlt hat, muss in Rente gehen können", sagte Birkwald.

Für Alfred Hörner von den ver.die Senioren war klar: Man dürf die Alterssicherung "nicht dem Kapital überlassen". Im Augenblick würden Kapitaleigner entlastet und die Arbeitnehmerjugend mit schweren Hypotheken belastet. Dieses Mißverhältnis gelte es zurückzunehmen. Er forderte die Betroffenen dazu auf sich gegen diese falsche Politik zu wehren. Die Rente mit 67 einzuführen bezeichnete er als einen großen Fehler.

Björn Wormtmann von der DGB Jugend bleuchtete das Thema aus der Sicht der jungen Generation. Er berichtete davon, daß junge Menschen heute gar nicht mehr daran glauben, daß sie am Ende ihres Arbeitslebens wirklich eine Rente bekommen. Der DGB Jugendsekretär sprach davon, daß sich für junge Leute zunächst einmal die Frage nach einem vernünftigen Einstieg in das Arbeitsleben stelle. Das Thema Rente sei für die Meisten da sehr weit weg. "Junge Menschen sind heute in einer großen Zahl von atypischer Beschäftigung betroffen", informierte Björn Wortmann. 50 000 junge Menschen in Bayern könnten schon heute von ihrem Lohn nicht Leben, was in Zukunft zu großen Problemen führen werde.

Der Diskussionsabend, der von Werner Ring vom DGB Kreisverband und von Michael Groha von der IG BAU Mainfranken modereirt wurde, endete mit Fragen aus dem Publikum. Besonders beeindruckt waren alle Anwesenden vom Engagement des über 90jährigen Gewerkschafters Robert Kiesel, der sich in der Diskussion zu Wort meldete. Robert Kiesel ist seit langen Jahren einer der fleißigsten vom DGB benannten Rentenberater und hilft vielen Menschen zuverlässig bei praktischen Fragen rund im die Rente.