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Matthias W. Birkwald

Schluss mit Börsch-Supans Mär von der nicht mehr finanzierbaren gesetzlichen Rente

Pressemitteilung von Matthias W. Birkwald, 07. Juni 2021

08.06.2021

„Damit für heutige und zukünftige Rentnerinnen und Rentner der Lebensstandard im Alter wieder gesichert wird, führt an der Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung kein Weg vorbei“, erklärt Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, zum Renten-Gutachten des wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium. Birkwald weiter:

„Die Mär von einer nicht mehr finanzierbaren gesetzlichen Rente, die Professor Axel Börsch-Supan als Autor des Gutachtens für das Bundeswirtschaftsministerium seit Jahren faktenfrei in die Welt posaunt, ist ausgemachter Blödsinn. Der Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung liegt mit 18,6 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 1993. Mit einer moderaten Anhebung des Beitragssatzes auf 20,6 Prozent ließe sich das von der LINKEN geforderte Rentenniveau von 53 Prozent problemlos realisieren.

Eine Durchschnittsverdienerin oder einen Durchschnittsverdiener ebenso wie deren Chefinnen und Chefs würde dies lediglich knapp 35 Euro im Monat kosten. Die Renten würden dagegen um zehn Prozent steigen. Davon würden selbstverständlich auch die heutigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer profitieren, da sie sich weniger Sorgen um ihren späteren wohlverdienten Ruhestand machen müssten.

 

Der vom wissenschaftlichen Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium geforderten weiteren Anhebung der Regelaltersgrenze können vielleicht dessen Mitglieder entspannt entgegenblicken, für eine Altenpflegerin oder einen Fliesenleger bedeutete sie allerdings nichts anderes als eine Rentenkürzung durch die Hintertür.

Anstatt die Regelaltersgrenze realitätsfremd immer weiter anzuheben, machen wir LINKEN uns für alters- und alternsgerechte Arbeitsbedingungen sowie kontinuierliche Weiterbildungsmöglichkeiten stark, damit mehr Menschen in die Lage versetzt werden, trotz steigenden Alters ihren Beruf weiter ausüben zu können.

Das vom wissenschaftlichen Beirat vorgeschlagene ‚Degressiv-Modell‘, mit dem sehr hohe Rentenansprüche abgeflacht werden würden, ist hingegen eine gute Idee. Eine solche verfassungsgemäße ‚Beitragsäquivalenzgrenze‘ wird auch von uns LINKEN gefordert.“