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Matthias W. Birkwald

Weil Ihr es wert seid!

"Eure Streiks und Eure Aktion heute sind die richtige Antwort auf das unverschämte Null Komma Nix-Angebot der Arbeitgeber!" sagt Matthias W. Birkwald beim Warnstreik des Kölner Einzelhandels.

11.05.2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen des Einzelhandels aus Köln und dem Umland,

liebe Kolleginnen Jana Zorn, Silke Zimmer und lieber Kollege Daniel Kolle von der Gewerkschaft ver.di,

mein Name ist Matthias W. Birkwald.

Von den elf Kölner Bundestagsabgeordneter bin ich der LINKE.

Und seit 35 Jahren bin ich Mitglied der IG Metall.

Heute Morgen bin ich zu Ihnen und Euch gekommen, um Euch meine Solidarität zu bekunden.

Und ich füge hinzu:

Die gesamte Bundestagsfraktion der LINKEN, meine Partei und ich selbst unterstützen Eure Forderungen nach

  • einer wirksamen Lohnerhöhung von 4,5 Prozent plus 45 Euro,
  • einem Mindestentgelt von 12,50 Euro und
  • nach der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.

Mit unermüdlichem Einsatz, hohen Arbeitsbelastungen haben Sie und Ihr, wo immer es im Lockdown möglich war, auch gesundheitliche Risiken auf Euch genommen, um die Versorgung von uns Allen zu sichern.

Für diesen Einsatz und diese gute Arbeit in den Zeiten der Pandemie danke ich Ihnen und Euch im Namen der LINKEN sehr herzlich!!!

Dafür verdient Ihr Respekt und Anerkennung.

Für diese Leistung ziehe ich auch persönlich meinen Hut.

Eines ist sicher:

Angesichts dieser Leistung ist das Arbeitgeberangebot von Null Komma gar nichts, respektlos und schlicht unverschämt.

Niente, nietzsche, nada, zero, nothing, nikkese –

Das darf nicht das letzte Wort bleiben!

Und deshalb sage ich Euch:

Warnstreiks und Aktionen, wie die heute Morgen, sind die richtige und notwendige Antwort auf diese absolute Unverschämtheit der Arbeitgeber!

Meine Partei DIE LINKE steht in diesem Kampf solidarisch und fest an Eurer Seite.

Heute und in den kommenden Wochen.

Denn Ihr kämpft für soziale Gerechtigkeit.

Wahr ist:

Trotz der Pandemie hat der Einzelhandel im Jahr 2020 Rekordumsätze erzielt.

Trotz der Pandemie ist der Handel vier Mal in der Liste der zehn reichsten Deutschen vertreten:

Herr Schwarz von Lidl liegt mit einem Vermögen von 27,5 Milliarden Euro auf Platz 2.

Mit 22,5 Milliarden für Aldi Süd liegt die Familie Albrecht/Heisler auf Platz 4.

Auf Platz 5 folgen Theo Albrecht jr. und seine Frau Babette mit 17,5 Milliarden für Aldi Nord.

Und auf Platz 7 liegt die Familie Otto mit ihrem Versandhandel und den Einkaufszentren von ECE.

Alles Handelsunternehmen.

Das war Ende April in der Rheinischen Post zu lesen.

Und da stand auch:

Während die Reallöhne im vergangenen Jahr gesunken sind, sind diese ungeheuren Vermögen in der Pandemie noch weiter gewachsen.

Das ist schreiend ungerecht!

Und damit das nicht so bleibt, unterstütze ich aus ganzem Herzen Eure Forderung nach 4,5 Prozent plus 45 Euro mehr Lohn!

Keine Gesellschaft hält es auf Dauer aus, wenn einige Wenige Milliardenvermögen scheffeln, und gleichzeitig vielen Menschen Löhne gezahlt werden, die so unglaublich niedrig sind, dass auch nach 45 Jahren Vollzeitarbeit die Rente nicht zum Leben reicht.

Als rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Deutschen Bundestag begrüße ich deshalb ganz eindringlich Eure Forderung nach einem Mindeststundenentgelt von 12,50 Euro.

Und Eure Forderung nach einer gemeinsamen Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge ist klug und dringend notwendig.

Dafür kämpft DIE LINKE im Bundestag seit Jahren.

Und ich füge hinzu:

Es darf nicht sein, dass im Konkurrenzkampf des Handels um den billigsten Schnäppchenpreis ausgerechnet die Unternehmen einen Extravorteil haben, die unanständig niedrige Löhne zahlen.

Schluss damit!

Deshalb unterstützen wir LINKEN auch die Kolleginnen und Kollegen bei Amazon im Kampf für ihre Entlohnung nach dem Einzelhandelstarif.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

allgemeinverbindliche Tarifverträge schützen Euch als Beschäftigte vor einer Abwärtsspirale bei den Löhnen.

Sie schützen aber auch die Unternehmen, die Tariflöhne zahlen, vor unfairem Wettbewerb und vor der Schmutzkonkurrenz durch Dumpinglöhne auch im Online-Handel.

Eure Streiks und Eure Aktion heute sind die richtige Antwort auf das unverschämte Null Komma Nix-Angebot der Arbeitgeber.

Damit dürfen sie nicht durchkommen!

Deshalb wünsche ich Euch und Eurer Gewerkschaft ver.di in der laufenden Tarifrunde viel Kraft und viel Stehvermögen.

Und vor Allem wünsche ich Euch viel Erfolg!

Schließen möchte ich mit dem, was Özcan grade gesagt hat: Weil Ihr es wert seid“

Ich danke Euch!