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Matthias W. Birkwald

Das Vertrauen der Deutschen in ihre Altersvorsorge fährt Achterbahn - und muss dringend gestärkt werden!

Matthias W. Birkwald zu den Ergebnissen der jüngsten Erhebung des DIA-Deutschland-Trend Vorsorge

09.01.2019
Matthias W. Birkwald auf der Fraktionsebene des Deutschen Bundestages

Zu den Ergebnissen der  jüngsten Erhebung des DIA-Deutschland-Trend Vorsorge erklärt Matthias W. Birkwald:

Aus den Ergebnissen der DIA-Studie wird deutlich, dass die gesetzliche Rente dringend gestärkt werden muss, denn hier ist das Vertrauen der Befragten am geringsten.

Darum ist die erste Schlussfolgerung, das Rentenniveau wieder auf lebensstandardsichernde 53 Prozent anzuheben, die es im Jahr 2000 schon einmal hatte.

Zweitens müssen die Abschläge bei der Erwerbsminderungsrente ganz oder teilweise abgeschafft werden, drittens die sogenannte „Mütterrente“ für vor 1992 geborene Kinder auf drei Entgeltpunkte angehoben werden und viertens die Doppelverbeitragung von Betriebsrenten ebenso wie die Doppelbesteuerung von gesetzlichen Renten abgeschafft werden.

Als Schutz vor Altersarmut brauchen wir zudem eine einkommens- und vermögensgeprüfte „Solidarische Mindestrente“ von 1050 Euro netto für einen Singlehaushalt nach österreichischem Vorbild.

Die Umfrage <https://www.dia-vorsorge.de/wp-content/uploads/2019/01/2018_12_11_DIA-Deutschland-Trend-2018.pdf>  wurde im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) durchgeführt.

Das Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) kommentiert die Ergebnisse der Studie wie nachfolgend dargestellt:

Neuerlicher Vertrauensschwund in der Altersvorsorge

Das Vertrauen der Deutschen in ihre Altersvorsorge fährt Achterbahn. Nachdem sich 2017 das Stimmungsbild deutlich aufgehellt hatte, trat im vergangenen Jahr ein neuerlicher auffälliger Vertrauensschwund ein. Das zeigt die jüngste Erhebung des DIA-Deutschland-Trend Vorsorge.

Mit dieser Befragung ermittelt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) einmal jährlich das Vertrauen in die drei Säulen der Alterssicherung, die Erwartungen an den Lebensstandard im Alter und die Vorsorgeplanungen.

2018 fiel das Vertrauen der Deutschen in die gesetzliche Rentenversicherung wieder auf einen ähnlich tiefen Wert wie im Jahr 2016. Auch die Zuversicht gegenüber der betrieblichen Altersversorgung (bAV) und der privaten Vorsorge schwand erneut, wenn auch nicht so stark.

Am besten schneidet noch die bAV ab. Auf einer Skala von 0 (völlig unsicher) bis 10 (ganz sicher) ergab die Befragung im Durchschnitt einen Wert von 5,0 (Vorjahr 5,7). Da kommt die gesetzliche Rente mit 4,2 deutlich schlechter weg (Vorjahr 5,7).

Das Vertrauen in die private Altersvorsorge verschlechterte sich von 5,9 auf 4,8. Während 2017 alle drei Säulen ähnlich eingeschätzt wurden, lässt sich 2018 eine stärkere Differenzierung beobachten. Vor allem die politischen Diskussionen über die Zukunft der gesetzlichen Rente scheinen sich in den Einschätzungen der Bürger niedergeschlagen und Verunsicherung ausgelöst zu haben.

Bei den Erwartungen zum Lebensstandard im Alter hat sich trotz des Vertrauensschwundes allerdings nur wenig geändert. Nach wie vor rechnen rund zwei Drittel der Befragten damit, dass sie ihren Lebensstandard künftig senken müssen. Die Hälfte davon geht sogar von einer deutlichen Absenkung aus. Diese Gruppe, die mit deutlichen Abstrichen rechnet, hat sich gegenüber dem Vorjahr sogar um neun Prozentpunkte vergrößert. Ein Viertel erwartet, dass es beim derzeitigen Lebensstandard bleiben wird. Sechs Prozent rechnen mit einer Steigerung.