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Matthias W. Birkwald

Geschlechterblind: Rente erst ab 67

24.08.2010

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge stellte heute seine Studie „Frauen und ihre Altersvorsorge“ vor. Dazu erklärt der rentenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Matthias W. Birkwald:

„Die Studie verrät nur die Hälfte des Problems. Denn die ganze Diskussion um die Rente erst ab 67 ist bisher geschlechterblind geführt worden. Frauen werden nicht nur schlechter bezahlt und erhalten die schlechteren Jobs. Sie schaffen es auch nicht, sich bis zum gesetzlichen Rentenalter auf dem Arbeitsmarkt zu halten. Nur vier Prozent aller Frauen, die mit 65 in Rente gehen, hatten zuvor eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“, kommentiert Matthias W. Birkwald die Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge „Frauen und ihre Altersvorsorge“ anhand der Antwort der Bundesre-gierung auf die Große Anfrage der Fraktion DIE LINKE zur Rente erst ab 67.
„Der Arbeitsmarkt für ältere Frauen ist katastrophal. Gerade mal sieben Prozent der 64-Jährigen Frauen waren 2008 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Und in der oft zitierten Gruppe der 60 bis unter 65-Jährigen sind es weniger als zwanzig Prozent. Die Bundesregierung ignoriert diese Zahlen und die Quoten-SPD will sie nicht zur Kenntnis nehmen“, so Birkwald mit Blick auf das SPD-Präsidium, das eine geschlechterblinde Quote für ältere Beschäftigte als Bedingung für die Rente erst ab 67 beschlossen hat.