24.05.2017

Mit Behinderungen Arbeit finden - Informationsbesuch beim Projekt ‚MitArbeit!‘ in Köln

v.l.n.r.: NN, Olaf Wagner, JobCenter Köln, M.W. Birkwald MdB, Raimund Becker, Vorstand Regionen der Agentur für Arbeit, Roswitha Stock, Gabriele Luntscher (beide Agentur f. Arbeit Köln)
v.l.n.r.: NN, Olaf Wagner, JobCenter Köln, M.W. Birkwald MdB, Raimund Becker, Vorstand Regionen der Agentur für Arbeit, Roswitha Stock, Gabriele Luntscher (beide Agentur f. Arbeit Köln)

Auf Einladung der Agentur für Arbeit besuchte ich am Mittwoch, dem 24. Mai gemeinsam mit Raimund Becker, Vorstand Regionen der Agentur für Arbeit (3. V. r), das Projekt ‚MitArbeit!‘ in Köln.

Dieses mit Bundesmitteln bis 2018 geförderte Projekt bietet für 400 der Ende 2016 rund 2900 Erwerbslosen mit einer anerkannten Schwerbehinderung in Köln eine intensive und auf Freiwilligkeit beruhende persönliche Beratung über Qualifikationsangebote und Arbeitsmöglichkeiten an. Diese Beratung, so bestätigten auch Teilnehmende des Projektes, erfolgt ohne Sanktionsdrohung auf Augenhöhe und wird auch nach Beginn eines Arbeitsverhältnisses fortgesetzt. Zugleich berät die Agentur für Arbeit auch die Unternehmen hinsichtlich der Anforderungen und Fördermöglichkeiten für Beschäftigte mit Behinderungen.

Rund 100 Menschen mit Behinderungen werden, so Roswitha Stock (Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln, 2. v. rechts) und der Kölner JobCenter-Geschäftsführer Olaf Wagner (2. von links) mit Unterstützung des Projekts neue Perspektiven und eine existenzsichernde Erwerbsarbeit finden.

So wertvoll die Unterstützung des Projekts für die Beteiligten auch ist – keines der Grundprobleme der Erwerbslosigkeit von Schwerbehinderten wird dadurch allerdings gelöst:

Weiterhin, so Frau Stock, wird die Mindestbeschäftigungsquote von fünf Prozent für Schwerbehinderte in Köln anders als in den Nachbarstädten Bonn und Düsseldorf mit 4,4 Prozent deutlich unterschritten, obwohl schwerbehinderte Erwerbslose durchschnittlich besser qualifiziert sind als Erwerbslose ohne Behinderungen. Zur Überwindung des Problems setzt die Arbeitsagentur weiterhin auf mühsame Überzeugungsarbeit bei privaten Unternehmen. DIE LINKE hingegen will die Rahmenbedingungen verbessern und fordert deshalb eine Anhebung der Mindestbeschäftigungsquote auf sechs Prozent

Fazit: Insgesamt handelt es sich um ein für die Betroffenen sehr sinnvolles und hilfreiches Projekt, welches aber ebenfalls zeigt, dass es auch mit noch so guten Projekten allein nicht getan ist, wenn es darum geht, Beschäftigungsperspektiven für Menschen mit Behinderungen zu verbessern und Langzeiterwerbslosigkeit dauerhaft zu überwinden.

Artikel zum Besuch:

www.callcenterprofi.de/branchennews/detailseite/capita-unterstuetzt-koelner-inklusions-projekt-20175653/

v.l.n.r.: Olaf Wagner, Raimund Becker, M. W. Birkwald und ein Teilnehmender des Projekts