12.06.2018

Signal gegen die Rente erst ab 67 Jahren

Erste Tarifvertrag zum Ausgleich von Rentenabschlägen durch die IGM Niedersachsen und Sachsen-Anhalt vereinbart

Matthias W. Birkwald eröffnet das Arbeitsgespräch des Arbeitskreises I mit dem IGM - Tarifsekretär Wilfried Hartmann
Matthias W. Birkwald eröffnet das Arbeitsgespräch des Arbeitskreises I mit dem IGM - Tarifsekretär Wilfried Hartmann

Auf meine Einladung war heute Wilfried Hartmann, der Tarifsekretär und Verhandlungsführer der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, zu Gast in unserem Arbeitskreis Arbeit, Soziales und Gesundheit, um einen wegweisenden Tarifabschluss für 40.000 Beschäftigte des metallverarbeitenden Handwerks vorzustellen. Mit dem Tarifabschluss, der symbolträchtig am 01. Mai 2018 in Kraft trat, haben künftig alle Beschäftigten ab dem 50. Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf eine monatliche Zusatzzahlung von 50 Euro auf ihr Konto bei der Deutschen Rentenversicherung.

Das soll es den oft körperlich hart arbeitenden Beschäftigten ermöglichen, ohne Rentenkürzungen früher aus dem Arbeitsleben auszusteigen. Wenn die Beschäftigten aus ihrem Nettolohn weitere 50 Euro im Monat beisteuerten, können sie zukünftig fast ohne Rentenabschlag ab 65 statt ab 67 in Rente gehen. Für alle, die es schaffen bis 67 weiterzuarbeiten, wird sich ihre monatliche Rente um gut 80 Euro erhöhen. In der Diskussion entwickelte der Gewerkschafter zwei Forderungen an die Politik. Der Rückkauf der Abschläge durch Beiträge solle zukünftig bereits ab 40 Jahren möglich sein. Außerdem müsse das Antragsverfahren bei der Rentenversicherung vereinfacht werden.

In der Diskussion wurde noch einmal klar, dass wir als LINKE weiter gegen die Rente erst ab 67 kämpfen und uns für einen abschlagsfreien Rentenzugang ab 65 einsetzen. Der Tarifvertrag der IG Metall zeigt sehr gut, wie man schon heute wirksam einen vorzeitigen Rentenbeginn ermöglichen kann und wie man mit dem sehr einfachen Instrument der freiwilligen Zusatzzahlungen auf das Rentenkonto bei der DRV eine rentable Alternative zur gescheiterten Riesterrente aufbauen kann. Auch die Arbeitgeber*innen sollten sich diesem Instrument nicht verschließen. Statt Betriebsrenten zunehmend vom Auf und Ab der Aktienmärkte abhängig zu machen, sollten die Arbeitgeber*innen mit Zusatzbeträgen die gesetzliche Rente ihrer langjährige Beschäftigten aufbessern!

Der Tarifvertrag der IG Metall Niedersachsen ist wegweisend und verdient viele Nachahmer*innen!

Weitere Informationen zum Tarifabschluss finden Sie hier.

Arbeitsgespräch des Arbeitskreises I mit dem IGM - Tarifsekretär Wilfried Hartmann Broschüre der IG Metall

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